Aktualisiert: 20.12.2012 17:09

1  Buchhaltung

1.1  Einleitung

Verbuchungsmethode

Die im WSCAR-Programm integrierte Finanzbuchhaltung verwendet die sogenannte Nettoverbuchungs-Methode, d.h. die Mehrwertsteuer wird bei jeder Buchung ausgeschieden und direkt auf das jeweilige Vorsteuer- bzw. Umsatzsteuerkonto gebucht, so dass auf dem Erfolgskonto immer nur der Nettobetrag ohne Mehrwertsteuer gebucht ist.

 

Mehrwertsteuer-Abrechnungsart
Die Mehrwertsteuer muss in jedem Fall nach vereinbarten Entgelten abgerechnet werden.

Regelmässige Kontrollen

·         Wöchentlich oder mindestens monatlich sind die Finanzkonten (Kasse, Bank, usf.) zu überprüfen und allfällig abzustimmen.

·         Wöchentlich oder mindestens monatlich ist der Debitorenbestand zu überprüfen. Dazu müssen jeweils vorgängig alle automatischen Buchungen übernommen sein. Dann vergleichen Sie den Bestand auf dem Debitorkonto (in der Regel Konto 1100) mit der Summe der unbezahlten Belege in der Belegübersicht des Debitoren-Programms.

·         Wöchentlich oder mindestens monatlich ist der Kreditorenbestand zu überprüfen. Dazu müssen jeweils vorgängig alle automatischen Buchungen übernommen sein. Dann vergleichen Sie den Bestand auf den Kreditorenkonti (in der Regel Konto 2000 und 2208 ‚Kreditor Mehrwertsteuer’) mit der Summe der unbezahlten Belege in der Belegübersicht des Kreditoren-Programms.

 

Abstimmung

Stimmt ein Finanzkonto nicht mit dem Auszug der Bank/Post/usf. überein, drucken Sie in der Finanzbuchhaltung einen Kontoauszug und vergleichen diesen mit dem Originalauszug.

Stimmt der Debitoren- oder Kreditorenbestand nicht mit den offenen Belegen überein, drucken Sie eine entsprechende Offene Posten-Liste aus. Diese Liste zeigt Ihnen an, welche Belege nicht mit der Finanzbuchhaltung übereinstimmen. Dies ist dann der Fall, wenn auf der Liste in der Spalte ‚FiBu-Saldo’ ein Betrag angedruckt ist. Suchen Sie dann im Hauptbuch mit der Funktion ‚Suchen’ nach dieser Belegnummer, und versuchen Sie anhand der angezeigten Buchungen herauszufinden, wo der Fehler liegt.

 

1.2  Hauptbuch (Buchungsjournal)

 

Wenn Sie die Finanzbuchhaltung öffnen, stehen Sie automatisch im Hauptbuch des aktuellen Mandanten und Geschäftsjahres. Um in einen anderen Mandanten bzw. Geschäftsjahr zu wechseln, klicken Sie unter „Programme“ auf „Mandant auswählen“.


Grundfunktionen

 

Neu:                     zur Eingabe einer neuen, manuellen Buchung

Bearbeiten:           eine bestehende Buchung verändern

Löschen:               die letzte Buchung löschen

Suchen:                eine bestimmte Buchung suchen

Kontoplan:            den Kontoplan bearbeiten

1.3  Buchungen erfassen und bearbeiten

 

Um eine neue Buchung zu erfassen, klicken Sie auf „Neu“. Am unteren Bildrand erscheint die Erfassungsmaske für die Buchung. Falls Sie das Soll- bzw. Habenkonto nicht auswendig kennen, können Sie durch einen Klick auf die „‚…“ im Kontofeld jederzeit den Kontoplan öffnen. Die ausgewählten Konti werden unten im Klartext inkl. aktuellen Saldos angezeigt.

Bei einer mehrwertsteuer-relevanten Buchung wählen Sie den entsprechenden Mehrwertsteuercode aus; der Prozentsatz wie auch der Steuerbetrag werden in den grauen Feldern sofort angezeigt.

Ist ein Fremdwährungskonto beteiligt, muss ein Umrechnungskurs eingegeben werden. Der Betrag kann sowohl in der Fremd­währung als auch in der Leitwährung eingegeben werden; schalten Sie dazu einfach die Währung um. Es kann auch eine direkte Buchung zwischen zwei Fremdwährungskonti derselben Währung erfolgen. Zum Ausgleich von Kursdifferenzen auf einem Fremdwährungskonto wird eine Buchung mit einem Umrechnungskurs von 0.00 erfasst.


Eine Buchung kann über die Schaltfläche „Bearbeiten“ jederzeit wieder bearbeitet werden.

 


 

1.4  Mandant / Geschäftsjahr auswählen

 

Klicken Sie im Programmteil Buchhaltung unter „Programme“ auf „Mandant auswählen“, um zu einem anderen Mandanten oder einem anderen Geschäftsjahr zu wechseln.

 




1.5  Mandanten / Geschäftsjahre bearbeiten

Klicken Sie im Programmteil Buchhaltung unter auf „Mandanten bearbeiten“, um in die Übersicht der Mandanten zu gelangen. Hier können Sie einen neuen Mandanten anlegen oder einen bestehenden bearbeiten.

 


Von hier aus können Sie sich die Geschäftsjahre (Schaltfläche „Geschäftsjahre“) des jeweiligen Mandanten anzeigen lassen.

 

 



Mit „Neu“ eröffnen Sie ein neues Geschäftsjahr und mit „Bearbeiten“ können Sie ein bestehendes Geschäftsjahr bearbeiten. Der Haken bei „Standard“ definiert dabei das Geschäftsjahr, welches beim Start der Buchhaltung automatisch gewählt wird.

 

Durch Mausklick auf die Schaltfläche „Kontoplan“ öffnet sich das Formular „Kontoplan bearbeiten“.

1.6  Kontoplan bearbeiten

 

Mit „Neu“ legen Sie ein neues Konto an. Dazu füllen Sie auf der rechten Seite alle Felder aus. Mit „Neuer Ordner“ wird eine neue Kontengruppe angelegt; diese dient lediglich zur übersichtlicheren Darstellung der Bilanz bzw. Erfolgsrechnung.

Um ein Konto innerhalb einer Kontengruppe zu verschieben, klicken Sie auf die Schaltflächen „Nach oben“  oder „Nach unten“. Wollen Sie ein Konto einer anderen Kontogruppe zuordnen, packen Sie es mit der Maus und ziehen Sie es auf die gewünschte Kontogruppe.

 

Die Schaltflächen „Übernahme“ und „Saldoübernahme“ dienen der Eröffnung eines neuen Geschäftsjahres (siehe entsprechendes Kapitel weiter unten).


1.7  Automatische Buchungen

Wenn Sie im Programmteil Buchhaltung unter „Programme“ auf „Automatische Buchungen“ klicken, werden Ihnen alle Buchungen angezeigt, welche von WSCAR automatisch erstellt wurden (Debitorenbuchungen, Kreditoren­buchungen, Zahlungen, usf.).

 


 

Diese zwischengespeicherten Buchungen müssen durch Anklicken der Schaltfläche „Buch. übern.“ definitiv ins Hauptbuch übernommen werden. Führen Sie diesen Schritt jeweils aus, bevor Sie in der Buchhaltung arbeiten.

 

Wer das System so eingestellt hat, dass Quittungen nicht einzeln verbucht werden, kann durch Anklicken der Schaltfläche „Kassenb. übern.“ alle Kassenbuchungen übernehmen. Die Buchungen werden dann zusammengezogen und es wird ein entsprechendes Journal gedruckt.


1.8  Mehrwertsteuer-Abrechnung

1.8.1  Vorarbeiten

Diese sind im Programmteil Buchhaltung zu machen.

Eigenverbrauch (Privatbezüge) muss vor der Erstellung der Abrechnung gebucht werden!

Die Eigenverbrauchssteuer wird auf der Mehrwert­steuer-Abrechnung unter den Vorsteuerkorrekturen (Ziffer 415) ausgewiesen.
Das Konto „Privatanteil/Privatbezüge“ darf dann keine MWST-Zuordnung mehr haben. Der Steuerbetrag ist direkt auf dem entsprechenden Vorsteuerkonto zu buchen.

 

Beispiel-Buchung:

31.03.2011 Privatbezüge                  Q1/2011  2850  //  6270        CHF  1’000.00

31.03.2011 Steuer auf Privatbez.      Q1/2011  2850  //  1173   T   CHF       76.00

 

Im obigen Beispiel ist 2850 das Konto „Privatanteil/Privatbezüge“ und das Konto 1173 das Konto für die Vorsteuerkorrekturen.

Wichtig ist, dass die Buchungen auf den letzten Tag der Periode gemacht werden.

 

1.8.2  MWST-Abrechung durchführen

Um die Mehrwertsteuer-Abrechnung durchzuführen, gehen Sie wie folgt vor:

 

Klicken Sie im Programmteil Buchhaltung unter „Listen/Drucken“ auf „Saldoliste“. Grenzen Sie die Konti nicht ein. Im Feld „Saldoliste per“ geben Sie das Enddatum der gewünschten Abrechnungsperiode ein (z.B. 31.03.2011, wenn Sie das 1.Quartal 2011 abrechnen möchten) und klicken dann auf [OK].

Drucken Sie die Saldoliste aus.

Klicken Sie dann unter „Programme“ auf „MWST-Abrechnung“.

Geben Sie im Feld „Abrechnung per“ das Abrechnungsdatum ein (z.B. 31.03.2011) und klicken Sie auf [Weiter]. Die Abrechnung wird auf dem Bildschirm angezeigt.

 

Vergleichen Sie jetzt die folgenden Zahlen:

Konto auf der Saldoliste

Ziffer auf der MWST-Abrechnung

Saldo Umsatzsteuer (Konto 2200)

Ziffer 399 (Total geschuldete Steuer)

Saldo Vorsteuer Mat./DL (Konto 1170)

Ziffer 400 (Vorsteuer Mat./DL)

Saldo Vorsteuer Inv./BA (Konto 1171)

Ziffer 405 (Vorsteuer Inv./BA)

Saldo Vorsteuer Entsteuerung (Konto 1172)

Ziffer 410 (Einlageentsteuerung)

Saldo Vorsteuer Korrekturen (Konto 1173)

Ziffer 415 (Vorsteuerkorrekt., Eigenverbr.)

Saldo Vorsteuer Kürzungen (Konto 1174)

Ziffer 420 (Vorsteuerkürzungen)

 

Sollte der Saldo eines oder mehrerer Steuerkonten nicht mit der Abrechnung übereinstimmen, so suchen Sie den Fehler folgendermassen:


Lassen Sie sich unter „Listen/Drucken“ den Kontoauszug der Steuerkonten anzeigen; jede Buchung muss einen Steuersatz aufweisen (ausgenommen die Quartalsumbuchungen).

Die meisten Fehler entstehen durch Korrekturen oder Handbuchungen. Wenn die Fehler gefunden und korrigiert sind, die Abrechnung noch einmal prüfen.

 

Wichtig! Schicken Sie auf keinen Fall eine Abrechnung an die Eidg. Steuer­ver­waltung, bevor alle Fehler behoben sind.

 

Klicken Sie auf das Druckersymbol oben links und die Abrechnung wird gedruckt.

Um die Rekapitulation auszudrucken klicken Sie nochmals auf MWST-Abrechnung und markieren Sie das entsprechende Feld. Danach können Sie diese wieder mit dem Druckersymbol ausdrucken. Das MWST-Journal können Sie auf die gleiche Art drucken, ist aber nicht unbedingt notwendig.

 

Wichtig! Ist nun alles korrekt, muss der Programmpunkt „MWST-Abrechnung“ noch einmal angeklickt werden.

 

 

Markieren Sie nun ganz unten im Fenster „Definitive Abrechnung“, um das abgerechnete Quartal definitiv abzurechnen.

 

Übertragen Sie anschliessend die  Abrechnung auf das Original-Formular der

Eidg. Steuerverwaltung und schicken Sie es ein.

 

 

 

 

1.9  Erfassung der MWST-Abrechnung als Kreditorenbeleg

Erfassen Sie im Programmteil Kreditoren  die MWST-Abrechnung.
Falls der Kreditor „Eidg. Steuerverwaltung“ noch nicht erfasst ist, eröffnen Sie diesen wie folgt in den Kreditor-Stammdaten.

                                              

 

 

1.9.1  Sie erhalten eine Rechnung

 

Den Kreditorbeleg für die MWST-Abrechnung erfassen Sie folgendermassen:

 

Belegnummer:      z.B. Q1/2010

Belegdatum:         Wichtig!  Letzter Tag des Quartals (z.B. 31.03.2010)

Belegbetrag:         Total der MWST-Abrechnung

 

Kontierung:

Vorsteuern:

1170 Betrag aus Ziffer 400 (mit einem Minuszeichen voraus)

1171 Betrag aus Ziffer 405 (mit einem Minuszeichen voraus)

1172 Betrag aus Ziffer 410 (mit einem Minuszeichen voraus)

Vorsteuerkorrekturen / -kürzungen:

1173 Betrag aus Ziffer 415

1174 Betrag aus Ziffer 420

Umsatzsteuer:

2200 Betrag aus Ziffer 399

 

 

 

Wichtiger Hinweis:

Müssen Sie Steuer-Verzugszinsen nachzahlen, ist das Aufwandkonto immer Kapitalaufwand.

 

 

1.9.2  Sie erhalten eine Gutschrift

Das Vorgehen ist gleich wie bei einer Rechnung ausser:

-      Der Kreditorbeleg wird als Gutschrift erfasst

-      Bei allen Positionen muss das Vorzeichen gewechselt werden


1.10            Eröffnung neues Geschäftsjahr

 

Wichtiger Hinweis! Eröffnen Sie das neue Geschäftsjahr bereits 2-3 Wochen bevor das alte Geschäftsjahr zu Ende ist.

 

In der Buchhaltung gehen Sie zum Mandant auswählen -wählen den Mandanten, für welchen Sie ein neues Geschäftsjahr eröffnen wollen und klicken Sie auf die Schaltfläche „Geschäftsjahre“.

Sobald Sie die Liste der Geschäftsjahre vor sich haben, klicken Sie auf „Neu“. Sie erhalten dann im unteren Bildschirmbereich die Eingabemaske für das neue Geschäftsjahr.

 

Beachten Sie hier die beiden Optionsfelder:


„Standardgeschäftsjahr für diesen Mandant“ -> Wenn Sie hier einen Haken setzen, wird beim Start der Finanzbuchhaltung automatisch das neue Geschäftsjahr geöffnet, ansonsten noch das “alte“.

 

Mit der Option „Abgeschlossen“ können Sie das „alte“ Geschäftsjahr, sobald dieses endgültig abgeschlossen wurde, für jegliche Änderungen sperren.

 

Wenn Sie das neue Geschäftsjahr angelegt haben, klicken Sie oben auf die Schaltfläche  „Kontoplan“. Sie bekommen einen leeren Kontoplan angezeigt. Klicken Sie dann auf die Schaltfläche „Kontoplanübernahme“ und wählen Sie das Geschäftsjahr aus, von welchem Sie den Kontoplan übernehmen möchten; in der Regel ist das immer das Vorjahr.

 

Mit der Schaltfläche „Saldoübernahme“ können Sie jederzeit die Kontosaldi aus dem Vorjahr übernehmen. Wann immer Sie im Vorjahr wieder Änderungen vorgenommen haben, übernehmen Sie die Saldi wieder neu.

 

 

1.11            Jahresabschluss-Arbeiten

Kreditoren

- Alle Kreditorenbelege aufnehmen, welche das alte Jahr betreffen

- Alle Zahlungsaufträge verbuchen, welche das alte Jahr betreffen

- In der Buchhaltung unter „Listen/Drucken“ die Offene Posten – Liste Kreditoren per Jahresende drucken

 Fakturierung/Debitoren

- Alle Debitorenrechnungen erstellen, welche das alte Jahr betreffen

- Alle Debitorenzahlungen ausbuchen, welche das alte Jahr betreffen

- In der Buchhaltung unter „Listen/Drucken“ die Offene Posten – Liste Debitoren per Jahresende drucken

Fahrzeuge

- Alle Fahrzeuge, welche im alten Jahr eingekauft wurden, müssen erfasst sein

- Alle Fahrzeuge, welche im alten Jahr verkauft wurden, müssen fakturiert sein

- Unter dem Programmpunkt „Auswertungen“ je eine Liste der Neufahrzeuge und Gebrauchtfahrzeuge drucken, welche sich am Lager befinden

Material

Im Programm „Listen“ unter der Rubrik „Material“ die Inventarlisten per Jahresende drucken

Buchhaltung

Sind alle Mehrwertsteuerabrechnungen abgeschlossen?

 

Alle Hilfskonti müssen per Jahresende auf 0.00 gebucht werden:

- Hilfskonto Debitoren (i. d. R. Konto 9910)

- Hilfskonto Kreditoren (i. d. R. Konto 9920)

- Hilfskonto Löhne (i. d. R. Konto 9930)

Das Gegenkonto ist das Konto ‚Rundungsdifferenzen’ oder  - wenn kein solches existiert – z.B. einfach das Konto ‚Übriger Betriebsaufwand’.

 

Kursdifferenzen auf den Fremdwährungskonti (z.B. Euro) müssen per Jahresende ausgeglichen werden. Bestimmen Sie dazu zuerst den Umrechnungs-kurs, zu welchem die Fremdwährungsbestände in der Schlussbilanz bewertet werden sollen. Diesen Kurs geben Sie in der Kurstabelle ein, und zwar mit dem Datum des letzten Tages des Buchhaltungsjahres.

Pro Fremdwährung muss je ein Eintrag gemacht werden. Gehen Sie dazu in den Programmteil „Einstellungen“ und bearbeiten Sie unter „Hilfstabellen“ die Kurstabelle. Klicken Sie auf „Neu“, und erfassen Sie den Kurs wie im folgenden Beispiel:

 

 

 

Rechnen Sie dann den Fremdwährungsbestand auf dem Fremdwährungskonto per Ende Jahr mit dem erfassten Kurs in die Leitwährung um. Diesen Betrag vergleichen Sie mit dem Betrag in der Schlussbilanz für dasselbe Konto. Die Differenz dieser beiden Beträge müssen Sie folgendermassen per letzten Tag des Buchhaltungsjahres ausbuchen:

 

 

Bitte beachten Sie: Die Buchung erfolgt ausnahmsweise mit einem Umrechnungs­kurs von 0.00. Dies muss so sein! Der Fremdwährungsbetrag bleibt dadurch unverändert und der eingegebene Betrag wirkt sich nur auf die Leitwährung aus.

Zur Kontrolle schauen Sie sich nach der Ausbuchung der Kursdifferenz noch einmal die Schlussbilanz an. Der Leitwährungsbetrag sollte sich jetzt mit dem gewählten Jahresendkurs genau in den Fremdwährungsbetrag umrechnen lassen.

 

 

1.12            Debitoren- und Kreditorendifferenzen

Haben Sie festgestellt, dass Ihr Debitoren- bzw. Kreditorenbestand nicht mit der Buchhaltung übereinstimmt, gehen Sie folgendermassen vor:

 

Sind alle Buchungen übertragen?

Haben Sie alle Zahlungsaufträge verbucht, und sind alle Buchungen aus den „Automatischen Buchungen“ ins Hauptbuch übernommen worden?

 

Ist der Saldo des Hilfskontos auf Null (bzw. unter CHF 1.00)?

Erscheint beim Verlassen der Finanzbuchhaltung eine Meldung, dass ein Hilfskonto einen Saldo von mehr als CHF 1.00 hat (ein paar Rappen Abweichung sind möglich), müssen Sie folgendes tun:

Drucken Sie einen Kontoauszug des betreffenden Hilfskontos aus und überprüfen Sie, bei welchem Datum das Hilfskonto nicht mehr auf unter CHF 1.00 geht (immer am Ende des Tages). Kontrollieren Sie dann die Buchungen von diesem Tag, bis Sie den Beleg bzw. die Buchung gefunden haben, welche die Differenz verursacht und korrigieren Sie den Fehler.

Hinweis: Falls es sich nur um Rundungsdifferenzen handelt (der Saldo ist nur knapp über CHF 1.00), kann das Hilfskonto auch unterjährig mit einer Rundungsdifferenz-Ausbuchung auf Null gestellt werden. Zum Beilspiel: Hilfskonto / übriger Betriebsaufwand oder Rundungsdiffernz.

 

Stimmt der Saldovortrag?

Möglicherweise stimmt der Saldovortrag des aktuellen Jahres nicht, da sich im alten Jahr nachträglich noch etwas geändert hat. In diesem Fall müssen Sie die Saldovorträge nochmals aus dem Vorjahr übernehmen.

 

Stimmt die Offene Posten-Liste?

Als Instrument zum Suchen von Debitoren- / Kreditorendifferenzen dient auch die Offene Posten–Liste. Diese gibt in den letzten zwei Spalten den Fibu-Saldo und den Debitoren-Saldo jedes Beleges an. Der FiBu-Saldo wird nur eingeblendet, wenn dieser nicht mit dem Saldo des Beleges vom Debitorenprogramm übereinstimmt. Alle Belege, bei welchen kein abweichender FiBu-Saldo angezeigt wird, sind korrekt verbucht.

 

 

Um den Fehler bei einem unausgeglichenen Beleg zu finden, gehen Sie am besten ins Hauptbuch und suchen mittels der Suchfunktion nach der entsprechenden Belegnummer. Es werden dann alle Buchungen zu diesem Beleg angezeigt und Sie können so den Fehler in der Regel schnell finden. Oder suchen Sie auch den Betrag. Falls von den Buchungen her alles in Ordnung scheint, vergleichen Sie den Belegzustand mit dem Debitorprogramm: ist der Beleg offen/bezahlt, stimmen die Zahlungen mit der Buchhaltung überein?


1.13            Kassenbelege

Mehrwertsteuer-Gesetzesbestimmungen

 

Kassenzettel für Beträge bis 400 Franken (inklusive Steuer) müssen keine Angaben über den Leistungsempfänger (Abnehmer) enthalten. Das gleiche gilt für Coupons von Registrierkassen.

 

1.14            MWST-Steuersatzwechsel

Zusätzliche Mehrwertsteuer-Codes

 

Bei einem Satzwechsel bei der Mehrwertsteuer kann mit den folgenden zusätzlichen Mehrwertsteuer-Codes gebucht und fakturiert werden:
- NF (Normalsatz Folgejahr)
- RF (Reduzierter Satz Folgejahr)
- SF (Sondersatz Folgejahr)
- NV (Normalsatz Vorjahr)
- RV (Reduzierter Satz Vorjahr)
- SV (Sondersatz Vorjahr)

In der Regel kann ab dem 3. Quartal des vorangehenden Jahres mit den neuen Sätzen gebucht werden und während des 1. Quartals des neuen Jahres noch mit den alten Sätzen.
Ausschlaggebend dafür, mit welchem Satz (altem oder neuem) gebucht wird, ist immer der Zeitpunkt der Leistungserbringung.
Soll beispielsweise im Januar des Jahres mit den neuen Sätzen eine Lieferung oder Leistung fakturiert werden, welche noch im alten Jahr erbracht worden ist, ist diese mit den Vorjahres-Sätzen (NV, RV oder SV) zu fakturieren. Werden im Jahr vor der Steuersatzänderung bereits Leistungen fakturiert, welche das neue Jahr betreffen, ist mit den Folgejahr-Sätzen (NF, RF oder SF) zu fakturieren.


1.15            Änderung beim Ausfüllen der MWST-Abrechnung

Aufgrund der Anpassung des Mehrwertsteuergesetzes ergibt sich folgende Änderung:

Gebühren für hoheitliche Tätigkeiten gelten gemäss Art. 18 Abs. 2 Bst. I MWSTG nicht als Entgelt. Unter diese Bestimmung fallen gemäss der eidg. Steuerverwaltung ESTV auch die Autobahnvignetten. Entsprechend müssen die Erlöse aus dem Verkauf von Vignetten in der MWSt-Abrechnung bei „Andere Mittelflüsse“ unter Ziffer 910 eingetragen werden und nicht wie bisher unter Ziffer 230.

Diese Anpassung können Sie im Programm wie folgt vornehmen:

In der Buchhaltung im Kontenplan ein neues Konto eröffnen z.B. mit der Nummer 3661 Erlös Vignetten, MWSt-Zuordnung Nicht-Entgelt Spenden,…; MWSt-Code F steuerfrei.

Falls Sie in den Fakturadaten im Untermenu „Sonstiges“ eine Position für die Fakturierung der Vignette führen, müssen Sie dort das Erlöskonto anpassen. Falls Sie den Verkauf der Vignette über eine Materialposition abwickeln, ist die Änderung dort entsprechend vorzunehmen.

Das Konto 3660 Erlös steuerfrei wird nicht mehr bebucht und kann im Geschäftsjahr 2012 gelöscht werden.

Auf die Höhe der geschuldeten Steuer bzw. auf das allfällige Guthaben hat diese Anpassung keinen Einfluss.

MFK-Gebühren werden wie bis anhin ohne MWSt-Code erfasst, und somit auf der MWSt-Abrechnung nicht aufgeführt. Sie gelten als durchlaufende Posten und sind nicht in die Steuerbemessungsgrundlage einzubeziehen.

 


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